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Der Kondortanz El vuelo del Condor ...

    Seit meiner frühen Kindheit war ich mir im klaren, daß ich eine tiefe Verbindung zum Kondor der Anden (Vultur gryphus) besitze. Er erschien mir schon im Alter von drei Jahren und kehrte später mit großer Kraft in mein Bewußtsein zurück, nachdem ich eine schwere Initiationskrise im Jahr 1989 durchgestanden hatte. Erst im Laufe der letzten Jahre wurde mir immer klarer, welche Ehre es wirklich ist, diesen wundervollen, aber auch furchterregend machtvollen Engel als Begleiter und Partner zu haben.

    Über und durch Kondor habe ich vieles herausgefunden und vieles über meinen persönlichen Bezug zu Engeln erfahren dürfen. Trotzdem zeigt sich dieser Engel überwiegend als Kondor in meinen Reisen und Visionen. Erst nachdem ich mich durch die tatkräftige Unterstützung Kondors von der Erwartungshaltung des neoschamanischen Weltbildes lösen konnte, immer "nur" einen Tiergeist sehen zu müssen, erscheint Kondor auch oft als das reine Lichtwesen, welches sich dahinter verbirgt, oder als ein Mischwesen zwischen Kondor und Mensch. Als Mensch erscheint Kondor in meinen Visionen eher selten, aber auch das ist schon vorgekommen.

    Ich werde immer wieder gefragt, warum ausgerechnet in Bayern jemand ein südamerikanisches Totem besitzt. Die Antwort ist eher banal, aber sie zeigt, wie Wesen wie wir denken. Weil wir beide Teil eines Ganzen sind - Bob Monroe nannte dieses Ganze "das totale Selbst". Greifbarere Gründe bekam ich im Laufe der Jahre immer deutlicher mitgeteilt. Einige davon finden sie auf meiner Website. Ihre Ursprünge reichen zum Teil bis in die letzte Eiszeit zurück und gehen direkt bis zu den Wurzeln der Zivilisationen, nicht nur der westlichen, sondern eigentlich aller wichtigen großen Kulturen der Welt. Für den Engel Kondor war und ist es gleichgültig, wo er diese Form der Manifestation und Zusammenarbeit wählt. Engel Kondor gehört niemandem außer sich selbst.

    Irgendwann, nachdem Engel Kondor mein Leben fundamental umkrempelte, stellte ich fest, daß ich sehr gut Gewitter vorhersagen kann. Manchmal auf die Minute genau. Dieser Kontakt erweist sich seither immer wieder als sehr praktisch, da ich rechtzeitig die Zelte abbreche, bevor ich naß werde. Der Kontakt mit den Geistern des Gewitters manifestierte sich zeitweilig dadurch, daß mich Gewitter am Zielort erwarteten, wenn ich verreiste, oder diese auf mich warteten, wenn ich wieder heimkehrte. "Da ist ein Gewitter - Stefan ist nicht weit!", war eine Weile lang ein geflügeltes Wort in meinem Bekanntenkreis. Dieses Verhältnis zu Gewittern flaute nie ganz ab. Es trat irgendwann Ende der 90er etwas in den Hintergrund, da ich zuviel anderes um die Ohren hatte.

    Die Macht des Kondors jedoch zeigte sich gerade dann in der Gestalt eines Kugelblitzes, der durch meine Wohnung schwebte und mich an meine Grenzen brachte. Ein weiterer flog im Jahr 2011, im Sommer, einige Dutzend Meter von mir entfernt in Richtung Westen. Das erschütterndste Erlebnis mit Gewittern hatte ich vor ein paar Jahren. Ich glaube 2002 oder 2003 war das. Während eines Gewitters bog ein Blitz kaum zwei Meter vor mir spitzwinklig ab, um einige hundert Meter weiter einzuschlagen. In diesem kurzen Moment sah ich das, was ich heute "Die Seele des Blitzes" nenne. Erst im Jahr 2006 konnte ich unabhängig von dem, was ich selbst erlebe, einen Bezug zu der Kondorkraft und den Gewittern herstellen, da in den Anden der Kondor mit diesen Kräften ebenso assoziiert wird (siehe dazu: "Rituals of Respect - The Secret of Survival in the High Peruvian Andes" von Inge Bolin).

    Seit 1991 war mir klar, daß ich den Geist des Kondors durch den Kondortanz manifestieren würde, so hatte ich damals jedoch relativ wenig Ahnung wie und womit ich diesen Tanz bewerkstelligen könnte. Um darüber mehr zu erfahren nutzte ich den Kontakt mit Kondor. Im Jahr 1992 bekam ich vom Geist des Kondors genaue Instruktionen vermittelt, wie der Federschmuck für diesen Tanz aussehen sollte und bekam von ihr drei Jahre später die Federn geschenkt, die für den Tanz notwendig sind. Im Jahr 1997 vollendete ich nach zwei Jahren Anstrengung und Arbeit den Federschmuck, in dem damals 127 Federn des Andenkondors verarbeitet wurden. Doch erst Mitte des Jahres 2000 gelang es mir, den Kopfschmuck fertigzustellen. Er ist der einzige Federschmuck dieser Art in der Welt. Kondor übertrug mir die einzigartige Aufgabe, den Geist des Kondors im Tanz zu manifestieren - daher gab er mir auch seinen Namen, den ich seit dem Jahr 2000 öffentlich trage und von vielen Menschen so genannt werde: Apu Kuntur. Einige Schwachköpfe warfen mir deswegen schon "anmaßendes Verhalten" vor - ausgerechent Menschen, die von sich behaupten, spirituell oder schamanisch aktiv zu sein! Der Geist des Kondors ist in solchen Dingen kompromißlos - ich wäre längst nicht mehr am Leben.

apu hat sehr viele weitere verschiedene Übersetzungen und Bedeutungsebenen. Aus dem Lexikon ...: 1. Autorität im Sinne von Befehlsgewalt, Führung. 2. Herr im Sinne von Chef, Adeliger, als Anrede, aber auch als Schöpferwesenheit, Geist 3. Reichtum im Sinne von Überfluß Fruchtbarkeit, ausgeschmückt, 4. mächtig im Sinne von enorm, immens, groß, schrecklich, 5. Höchstes Wesen, 6. Boß im Sinne von Oberhaupt, Gouverneur, Direktor, Anführer, 7. als Adjektiv dominant, souverän, superlativ, perfekt 8. Herrscher, 9. Religiöser Führer, 10. machtvoll, 11. reich. Die apus sind auch die Ahnen, oder ein Wort für "Berg".


    Im Gegensatz zum "Eagle-Dance" vieler Stämme der nordamerikanischen Plains Indianern, ist über der Kondortanz wenig bis gar nichts ethnologisch erfaßt worden. Alles was ich darüber finden konnte, war, daß es im Zusammenhang des Kuxu-Kultes der kalifornischern Indianerstämme auch Die Respekterweisung den Geistern gegenüber einen Kondortanz gegeben haben muß. In Südamerika gibt es ebenso einen Kondortanz, jedoch muß ich dazu schreiben, daß ich von dem, was ich bisher gesehen habe eher schockiert bin. Ich habe gesehen, wie arg ramponierte vollständige exartikulierte Schwingen des Kondors für den Tanz gebraucht wurden! Keiner der von mir gesehenen Tänzer hatte auch nur im Ansatz den Geist des Kondors rufen können und ich spürte die Wut Apu Kunturs. Ich kann das nicht gut finden, wenn der Kondor für irgendwelche Traditionen geschlachtet wird. Der Kondortanz in den Anden besitzt mehrere Varianten. Alle die, die ich herausfinden konnte, sind jedoch, ähnlich wie in Nordamerika, eher folkloristische Darbietungen als echte Trancetänze.

    Der Kondortanz symbolisiert Übergangsmysterien des Lebens und des Todes. Der Kondor als Jenseitsvogel, als Bote der Götter über den Anden kreisend, der die Seelen Verstorbener in das Totenreich hinüber bringt. Beachten Sie die Parallele zu den Engeln, die in unseren Breitengraden gerne als Boten Gottes angesehen werden, was von der griechischen Übersetzung des Wortes angelos herrührt. Ein Aspekt des Tanzes betont die Rolle des Kondors als Bote der Götter, indem ich darin als Apu Kuntur die Wünsche und Bitten den Göttern darbringe.

    Der Geier (zu welchen der Kondor ja eigentlich zählt) wiederum weist auf den dunklen, typhonischen Bruder des Sonnenvogels (Adler, Falke) hin: Horus - Seth. Es dauerte einige Zeit, bis mir der Zusammenhang klar wurde. Eine weitere Variante des Kondortanzes ist der Invokationstanz, in dem irgendein apu invoziert wird. Apus sind in der Interpretation der Q´ero Berggeister. Jeder Berg hat einen Apu (also Apu Ausangate, Apu Popopcatepetl, Apu Zugspitze, Apu Nebelhorn). Die Apus erscheinen in den Anden entweder als Mensch, oder als Kondor. Eine weniger bekannte Form ist eine eher abstrakte, energetische Gestalt. In dieser Lichtgestalt sind die Apus den Engeln gleich, wie sie von den modernen Künstlern dargestellt und von Sensitiven oder Schamanen wahrgenommen werden.

    Eine Variante ist der "schlichte" Tiertanz, in dem Kondor getanzt wird. Streng gesehen ist das auch wieder ein Invokationstanz, denn Apu Kuntur ist auch ein Berggeist (verwirrend, nicht?). Der wichtigste Aspekt des Tanzes jedoch ist in meinem ganz persönlichen Fall die Vereinigung meiner weiblichen und männlichen Seite zur spirituellen Ganzheit und vollständig manifestierten magischen Persönlichkeit. Die Vereinigung von Drache und Kondor (hier kommt der Querbezug zum Phönix zum Tragen) kann ich dabei unmittelbar selbst erleben und manifestiere dadurch meine wahre Identität, die von den Zusehern, die mich beim Tanz beobachten, auch bezeugt werden kann - auch wenn bisher nur ganz wenige auch erkennen können, was genau sich da manifestiert. Jeder Tanz ist etwas besonderes und der Geist des Kondors reagiert unberechenbar. Er öffnet Tore, heilt und kommuniziert und hat auch reine Freude daran, sich zu manifestieren.

    Eine der traditionellen Bedeutungen des Tanzes, die ich natürlich nicht umsetze, die aber zum Kondortanz ebenso zählt ist, die Autorität des Alters dem Zuschauer zu verdeutlichen. Die Sozialstruktur der Andenkondore wird im Tanz nachempfunden, dafür benötigt man mehrere Tänzer. Bevor Andenkondore einen Kadaver zerlegen, prüft der älteste Vogel die Lage. Erst wenn der Altvogel die Nahrungsquelle als sicher erkannt hat, bricht dieser den Kadaver auf und das Festmahl kann beginnen.

    Es scheint mir außerdem wichtig zu betonen, daß es eine absolute Ausnahme darstellt, so viele Federn dieses Vogels zu besitzen. Kein Kondor hat mit seinem Leben dafür bezahlen müssen, mir diese Federn zu schenken. Es sind sämtlichst Mauserfedern, die über viele Jahre hinweg von drei (!) Andenkondoren gemausert wurden und von meinem Falkenmeister gesammelt wurden. Als ich sie auswählte, mußte ich achtzig Prozent der Federn ausmustern: Zu sehr zerfressen, stark beschädigt oder auch Dupletten. Mit Mühe konnte ich einen kompletten Stoß zusammenstellen, da diese Federn besonders anfällig für Schäden sind. Pablo, Simon und Bolivare haben mir so dieses einmalige Geschenk aus Liebe heraus machen können und wollen. Außerdem möchte ich unterstreichen, daß der Besitz dieser Federn einer CITES-Bescheinigung bedarf, sonst kann der Ursprung nicht nachvollzogen werden. Nach dem Gesetz ist man damit strafbar, was sehr teuer kommen kann. Dies gilt übrigens auch für sämtliche Eine der StartpositionenFedern und Teile anderer Greifvögel.

    Ob ein Vogel sein Gefieder freiwillig oder unfreiwillig hergegeben hat, läßt sich am Schaftanfang feststellen: wenn Blutäderchen oder Fleischfetzen zu sehen sind, ist der Vogel garantiert nicht mehr am Leben, dem die Feder gehörte. Das ist bei Indianer-Fanclubs in Deutschland immer wieder zu finden. Ausgefranste Schaftenden deuten auf eine bewußte Entfernung dieser verräterischen Spuren hin. So etwas ist Raubbau an der Natur und ein unhaltbares Verhalten. Sind Federn keine Mauserfedern, deren Schaft durchsichtig oder etwas trübe ist, so hängt das Leben eines Tieres daran, oft brutal genommen durch Wilderei oder anderen Vorkommnissen.

    Während des eigentlichen Tanzes war bis 2006 das Photographieren verboten, daher hatte ich einige schöne Positionen für meine Homepage zusammengestellt. Die hier gezeigten Photographien entstanden Ende Juli 2000 auf dem Gelben Berg, einer (prä)historischen Kultstätte, die Positionen extra und außerhalb eines rituellen Rahmen gestellt. Es herrschte sehr gutes Wetter und die Geister waren mit der Sitzung zur photographischen Dokumentation durchaus einverstanden. Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, daß medientechnische Aufzeichnungen magischer/schamanischer Handlungen schwierig sind, und nur schwer zu realisieren. Von weit über 70 Bildern waren mehr als die Hälfte stark bis sehr stark verfremdet und überbelichtet. Dieses Phänomen scheint mit den Energien zusammenzuhängen, die in solchen Augenblicken einfach vorhanden sind. Ähnliches wurde auch schon in tibetischen Klöstern beobachtet - bei Videoaufzeichnungen. Dazu möchte ich erwähnen, daß bereits das Tragen des Federschmucks tiefere Trancezustände in mir hervorruft, und ich während der ganzen Zeit zwischen den Wirklichkeiten wechselte. Es gelang mir dennoch, einige als SW-Bilder zu retten - mit einem herrvoragenden atmosphärischen Effekt. An dieser Stelle muß ich Jasra ausdrücklich für ihre Mühen danken, diese Photographien entstehen zu lassen.
Im Flug 1Im Flug 2


    Seit 2006 im Herbst jedoch erlebe ich ein Umdenken bei Engel Kondor. Aufnahmen, ja sogar Videoaufnahmen, werden nun sogar ausdrücklich erwünscht. So kommt es, daß ich in der Lage bin, von den Tänzen die seit dem September 2006 stattfinden, Photographien oder kleine Filme zu zeigen. Da natürlich jeder Tanz einzigartig ist, sowohl in seiner Ausführung als auch Motivation, wird auf jeden Tanz der auf diese Weise dokumentiert wurde auch textlich eingegangen. Die seit dem Jahre 2006 aufgenommenen Bilder sind weitaus besser, auch weil sie den Federschmuck in seiner aktuellen Form zeigen. Wie alle schamanischen Werkzeuge verändert sich auch der Federschmuck im Laufe der Jahre: Durch die Tänze werden manchmal Federn in Mitleidenschaft gezogen, die ich dann reparieren oder austauschen muß.

    Seitdem ich den Tanz aktiv nach außen trage bin ich auf der Suche nach einem Adlertänzer. Wie es mir bisher ergangen ist damit, das können sie dort lesen.

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