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Das Heilige Tal und der Kondor

    Im Willka Qhichwa, dem "Valle Sagrado", etwa 33 km westlich von Cuzco, befindet sich auf dem "Berg des Kondors" - dem "Kuntur Orqo" - ein Ruinenbereich, dessen Grundriß dem Kopf und Schnabel des Kondors nachempfunden ist. Der Kopf blickt exakt in Südwestrichtung, womit der dargestellte Kondor aus dem Nordosten heranfliegt. Am Sternenhimmel ist das exakt der Ort, an dem am Abend der Sonnenwende das Sternbild Schwan aufsteigt und die gesamte Milchstraße überblickt, deren Band quer über den Himmel geht mit dem Kreuz des Südens im Südwesten. Die Inkas kannten das Sternbild Kondor, welches aus einer Kombination von Sternen und dunklen Nebeln zusammengesetzt ist und damit ein anderes Aussehen besitzt, als sie es von Sternzeichen normalerweise gewohnt sind. Die Terrassen, auf denen auch heute noch angebaut wird, entsprechen der Schwinge, denn der fliegende Kondor wird von der Seite aus betrachtet dargestellt und nicht von vorne oder von oben. Aus der Vogelperspektive ist der gigantische Kondor eindeutig sichtbar.

    Viel deutlicher ist der aufsteigende Kondor allerdings von der anderen Seite des Tals zu sehen. Ein Meisterwerk der Landschaftsveränderung, wie es einige Beispiele in den Anden zu bewundern gibt. Es gibt also zwei voneinander unabhängige Kondordarstellungen an und um diesen Berg. Der Kuntur Orqo markiert in Pisac den Ort, an dem das Sternbild des Kondors aufsteigt. Wie sie sich bereits denken können, sehe ich in dieser alten Kultstätte einen Ort des Übergangs, der Exkarnation, deren Ursprünge weit in die Vorzeit reichen. Möglicherweise kommt ihnen dadurch auch zu Bewußtsein, warum ich meiner Website den Titel "Der Flug des Kondors" gegeben habe. Dieser direkte Zusammenhang zwischen dem Andenkondor und dem Sternbild Schwan ist mir erst im Winter 2008 klar geworden. Mich irritierte zuerst die Tatsache, daß ein altes Bauwerk heute den exakten Ort des Aufstiegs des Sternzeichens markiert. Letztlich steigt das Sternzeichen Schwan immer an dieser Stelle auf - im Lauf der Jahrtausende allerdings immer steiler nach oben. Die Aufnahme des Kuntur Orqo zeigt den heutigen Zustand dieses Berges, in der zweiten habe ich die Konturen des Kondors kontrastiert, so daß Sie ihn erkennen können.

    Ich persönlich finde es natürlich sehr schön, einen solchen Ort zu finden, der dem Andenkondor gewidmet ist. Das gesamte heilige Tal ist voll von solchen besonderen Plätzen, an denen die Mythologie der Inkazeit sichtbar ist. Bezeichnenderweise wird das heilige Tal von den beiden Autoren Fernando und Edgar Salazar als irdische Entsprechung der Milchstraße gesehen - der Weg, den die Verstorbenen gehen, um ins Jenseits zu gelangen. Die Behauptung würde gut zu der neolithischen Eigenheit passen, den Himmel auf der Erde nachzubilden.

    Die Ruinenstadt beim Berg Macchu Picchu dürfte ihnen sicher als ein besonderer Ort bekannt sein. Die Ruinenstadt selbst besitzt bei den Indios der Umgebung keine Eigenbezeichnung, bei der Entdeckung war der wirkliche Name dieses Ruinenortes längst verloren. Was ihnen weniger bewußt sein wird, ist, daß der Name Macchu Picchu früher Machu Pichiu lautete: "Alter Vogel". Der Grundriß der Ruinenstadt bei Macchu Picchus sieht aus einer bestimmten Perspektive angeblich so aus, wie ein abstrakter Vogel. Neben einem Ritualstein, der das Aussehen eines Kondors besitzt, gibt es dort auch einen Felsen, der mit etwas Phantasie eine Schwinge des Kondors darstellt. Er liegt nicht auf der Erde auf, sondern ist eingekeilt zwischen drei weiteren Felsen in der Luft schwebend. Der Berg Wayna Picchu, dessen Ausläufer diese Formationen sind, wurde ursprünglich Wayna Pichiu genannt: "Junger Vogel".

    In dieser Ruinenstadt existiert eine Art Altarstein, welcher dem Andenkondor sehr ähnlich sieht. Ein Fels, der nur an wenigen Stellen Kontakt mit dem Boden hat, bildet seine Schwingen. Welche Funktion dieser Stein hatte, ob es wirklich ein Opferaltar war, oder etwas anderes, ist nicht sicher.



Opferaltar und Grundriß - © by Dipl.-Ing. Rolf-Dieter Klein und dessen Lizenzgeber.

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