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Die 19 henochischen Anrufungen

    Am 13. April 1584 wurde das letzte Wort des ersten Schlüssels durch den Engel Nalvage den beiden Magiern übermittelt. Die Schlüssel wurden wegen ihrer Mächtigkeit von den Engeln rückwärts diktiert. Die Absicht Nalvages war, durch diese Form des Diktates zu verhindern, daß die Schlüssel bereits bei der Niederschrift Wirkung zeigten. Als ich mit der henochischen Magie begann, übertrug ich handschriftlich alle Schlüssel in mein magisches Tagebuch. Im Laufe von zwei Jahrzehnten magischer Arbeiten schrieb ich die Schlüssel insgesamt dreimal vollständig ab. Die Übertragung stellte sich jedesmal als sehr schwierig heraus und ich hatte immer extreme Probleme damit, die Schlüssel korrekt und sauber abzuschreiben. Oft war ich ausgelaugt und erschöpft nach der Abschrift und konnte einige Zeit hinterher nicht viel aktiv unternehmen.

"Nalvage: Also in receiving of the calls, this is to be noted: that they are to be uttered of me, backward: and of you, in practise, forward.

Dee: I understand it, for the efficacy of them; else, all things called would appear: and so hinder our proceeding in learning."

"Nalvage: Auch ist bei der Übermittlung der Rufe folgendes zu beachten: Daß sie von mir rückwarts ausgesprochen werden: In eurer Praxis jedoch vorwärts.

Dee: Ich verstehe, daß das mit der Wirksamkeit der Rufe zu tun hat: Andererseits würden alle gerufenen Dinge erscheinen und uns so in unserem Lernfortschritt behindern."

(Casaubon, Meric [Ed.] - True & Faithful Relation of What Passed Between Dr. John Dee and Some Spirits, London, 1659, pg. 78)


    Insgesamt wurden 48 Schlüssel durch den Engel Nalvage diktiert, wobei die letzten dreißig Schlüssel immer denselben achtzehnten Schlüssel als Vorlage verwenden, bei dem nur der jeweilige Name des Æthyrs ersetzt wird. Der erste Schlüssel ist ohne Worte und wird durch Nalvage am 12. April 1584 wie folgt erwähnt:

"I am therefore to instruct and inform you, according to your Doctrine delivered, which is contained in 49 Tables. In 49 voyces, or callings: which are the Natural Keyes, to open those, not 49, but 48. (for One is not to be opened) Gates of understanding."

"Folglich bin ich hier um sie über die bereits übermittelte Doktrin zu instruieren und zu informieren, daß es darin 49 Tafeln gibt. Es sind 49 Stimmen oder Rufe welche die natürlichen Schlüssel sind um jene Tore des Begreifens zu öffnen. Aber nur 48 können geöffnet werden, da das Eine nicht geöffnet werden kann."

(Casaubon, pg. 77)


    Die Schlüssel finden eine Entsprechung im Liber Loagaeth und den dortigen neunundvierzig magischen Buchstabentafeln. Jede dieser Tafeln besteht aus einer Vorder- und einer Rückseite, was eine Summe von 98 verschiedenen Buchstabenquadraten ausmacht. Über den ersten Schlüssel äußert Nalvage:

"I finde the Soul of man hath no portion in this first Table. It is the Image of the son of God, in the bosome of his father, before all the worlds. It comprehendeth his incarnation, passion, and return to judgement: which he himself, in flesh, knoweth not; all the rest are of understanding. The exact Center excepted."

"Ich sehe, daß die menschliche Seele keinen Anteil hat in dieser ersten Tafel. Sie ist das Abbild des Sohn Gottes, an der Seite seines Vaters, vor allen Welten. Sie umfaßt seine Inkarnation, seine Leidenschaft und seine Wiederkehr zum letzten Gericht: Welches er selbst, in seiner Fleischlichkeit, nicht kennt. Der Rest kann verstanden werden. Der genaue Mittelpunkt ausgenommen."

(Casaubon, pg. 77)


    Die henochische Version der Schlüssel wurde meistens vor der englischen Fassung diktiert, gelegentlich wurde die englische Übersetzung sofort mitgeliefert. Die Schwierigkeit der Übersetzung aus dem Henochischen zeigt sich schnell, wenn man die sehr kompakte Art der henochischen Sprache betrachtet, die es häufig fertigbringt, in einem Wort einen ganzen Sachverhalt darzustellen. Diese Problematik taucht bei allen anderen Übersetzungen aus beispielsweise dem Sanskrit ebenso auf und kann nicht als Argument gegen den Sprach-Charakter des Henochischen angeführt werden, wie es Skeptiker gerne versuchen. Dadurch auch kommt es, daß die englische oder deutsche Übersetzung der Schlüssel viel umfangreicher ist als die henochische Fassung. Die eigentliche Übermittlung der Schlüssel scheint sehr aufwendig gewesen zu sein, wie in den Einträgen der Protokolle Dees ersichtlich ist. Nalvage benutzte eine Kristalltafel auf der er Kelley die jeweiligen Symbole mit einem Stab zeigte.

    Donald Tyson kombiniert die Schlüssel mit der großen Tafel auf eine interessante Weise indem er sie in vier sich überlappende Kreise auf der großen Tafel anordnet. Er läßt alle vier Kreise im östlichen Wachturm in einem Unterquadranten beginnen und zählt im Uhrzeigersinn die Schlüssel zwischen dem dritten und dem achtzehnten auf. Die Kreise durchschneiden das jeweilige kleine Kreuz des korrespondierenden Unterquadranten der anderen Wachtürme. Der erste Kreis umfaßt die Schlüssel drei, vier, fünf und sechs und beginnt im östlichen Unterquadranten des östlichen Wachturms, und geht über die östlichen Unterquadranten der anderen drei Wachtürme. Der zweite Kreis umfaßt die Schlüssel sieben, acht, neun und zehn und beginnt im südlichen Unterquadranten usw. usf. - die ersten beiden Schlüssel fallen aus dem Rahmen und werden von Tyson dem schwarzen Kreuz zugeordnet: Der erste Schlüssel zählt zur Senkrechten Achse des Kreuzes und der zweite Schlüssel zur waagrechten Achse.

    Weiter wirft Tyson die berechtigte Frage nach der Autorenschaft der Schlüssel auf. Die Problematik taucht auf, wenn man sich intensiver mit der Engelsmagie an sich beschäftigt. Wer sollte ein Interesse daran haben, diese Schlüssel zu verfassen und wozu sollen sie gut sein? Wer ist die Ich-Person, die in den Schlüsseln spricht? Die modernen und alten Ansätze im Umgang mit den Schlüsseln werden von den Engeln nicht untersagt, aber die in den überlieferten Texten mehr oder weniger deutlichen Hinweise auf eine apokaplytische Dimension der henochischen Magie scheinen einen tieferen Sinn des gesamten Systems anzudeuten, der weit über den magischen Alltag der Engelsbeschwörung in die äonische Dimension der Schöpfung hineinreicht.

    Über den eigentlichen Zweck der Schlüssel wird im modernen Ansatz der henochischen Magie in der Zeit nach dem Golden Dawn nichts übermittelt. Der Zweck, den die Engel damit verfolgten, die Schlüssel weiterzugeben, wird von ihnen in vielen kleinen Andeutungen angeschnitten. Eine davon ist "And I have kept my flayles for a long time hid in unknown places: Which flayle is the Doctrine that I deliver unto you: Which is the instrument of thrashing, .... " — "Und ich bewahrte meine Dreschflegel für eine lange Zeit an unbekannten Orten: Jene Dreschflegel sind die Lehre, die ich euch übermittle, welche ein Instrument der Zerstörung ist ..." Interessant an der henochischen Lehre ist, daß sie von den Engeln als Instrument der Vernichtung des alten Äons beschrieben wird, welches allerdings nur durch Menschen initialisiert werden kann, indem die vier Wachtürme durch sie eröffnet werden, um den Mächten, die dahinter warten, die Möglichkeit zu geben, sich zu manifestieren. Insofern unterscheidet sich diese Apokalypse von der biblischen, die in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird: Sie kann nur durch Menschen (von innen also) induziert werden, indem die henochische Magie angewendet wird. Im Augenblick befinden wir uns astrologisch und esoterisch mitten im Übergang von einem Zeitalter zu einem Neuen, so daß es durchaus kein Zufall ist, daß gerade heute die henochische Magie wieder verbreiteter ist. Die Engel gaben Dee und Kelley ebenso klar zu verstehen, daß sie diese Magie nicht anwenden können und sollen. Die henochischen Engel induzieren diesen Wechsel der Paradigmen jedoch nicht so, wie Sie es sich nun möglicherweise denken. Sobald die Tore offen stehen, finden die Engel ihren Weg in das Unbewußte der Menschen um das Ziel der Apokalypse zu manifestieren: Die dunklen Seiten der Menschen werden diesen Untergang vorantreiben. In den Protokollen und überlieferten Texten wurde nie darüber diskutiert oder das Thema der apokalyptischen Magie erwähnt. Es läßt sich aber nicht abstreiten, daß es eine Menge Hinweise darauf gibt und die henochischen Schlüssel genau diesen Zweck haben.

    Die Engel gaben nie genaue Anweisungen, wie das Ritual genau auszusehen habe, um das Armageddon auszulösen. Es läßt sich jedoch einigermaßen rekonstruieren und mit ein wenig moderner Innovation vollständig durchführen. Ihre Neugierde, wie dieses Ritual aussehen könnte, werde ich jedoch aus gutem Grunde nicht stillen, da die henochische Magie auch ohne diese Ritualarbeit bereits eines der gefährlichsten und wirksamsten magischen Systeme ist und Sie schon genug damit zu tun haben werden, die Folgen Ihrer Handlungen zu tragen, wenn Sie diese Form der Engelsmagie betreiben. Die langsam immer deutlicher hervortretende Klimakatastrophe gibt ein eindeutiges Zeugnis davon, daß es längst begonnen hat, was die Engel angekündigt haben. Von Apokalypse zu sprechen ist zwar nicht mein Ding, aber die Synchronizität dazu ist sichtbar. Die apokalyptische Dimension der henochischen Magie kann auch als deutlicher Fingerzeig der inneren Alchemie, der Transformation von Altem, überkommenen Strukturen in neue, veränderte Formen aufgefaßt werden. Für die aktuelle Praxis der henochischen Magie gilt dieser transformatorische Einfluß in jedem Fall.

    Die einzelnen Zuordnungen zu den Teilen der großen Tafel, wie sie hier in der nachfolgenden Tabelle ersichtlich sind, wurden erst im 19. Jahrhundert, durch die Magier des Golden Dawns, entwickelt und angewendet. Die Elementarzuordnungen der Tafeln war in der Zeit John Dees auf diese Weise nicht bekannt.

Die erste Anrufung

Als erster Ruf bei allen Elementaren, die Teile der Tafel der Vereinigung in ihrem Namen enthalten.

Die zweite Anrufung

Als zweiter Ruf für alle Elementarwesen, die EHNB aus der Tafel der Vereinigung enthalten.

Die dritte Anrufung

Dritter Ruf bei allen herrschenden niederen Elementaren mit E(XARP).

Erster Ruf bei allen Elementaren der Lufttafel.

Einziger Ruf bei den Elementaren von Luft der Luft, beginnend mit IDOIDO.

Die vierte Anrufung

Dritter Ruf bei allen herrschenden niederen Elementaren von H(COMA).

Erster Ruf bei allen niederen Elementaren der Wassertafel.

Einziger Ruf bei allen Elementaren von Wasser des Wassers, beginnend mit NELAPR.

Die fünfte Anrufung

Dritter Ruf bei allen herrschenden niederen Elementaren von N(ANTA).

Erster Ruf bei allen niederen Elementaren der Erdtafel.

Einziger Ruf bei allen Elementaren von Erde der Erde, beginnend mit ABALPT.

Die sechste Anrufung

Dritter Ruf bei allen herrschenden niederen Elementaren von B(ITOM).

Erster Ruf bei allen niederen Elementaren der Feuertafel.

Einziger Ruf bei allen Elementaren von Feuer des Feuers, beginnend mit RZIONR.

Die siebte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Wasser der Luft, beginnend mit LLAKZA.

Die achte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Erde der Luft, beginnend mit AIAOAI.

Die neunte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Feuer der Luft, beginnend mit AOVRRZ.

Die zehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Luft des Wassers, beginnend mit OBGOTA.

Die elfte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Erde des Wassers, beginnend mit MALADI.

Die zwölfte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Feuer des Wassers, beginnend mit IAAASD.

Die dreizehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Luft der Erde, beginnend mit ANGPOI.

Die vierzehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Wasser der Erde, beginnend mit ANAEEM.

Die fünfzehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Feuer der Erde, beginnend mit OPMNIR.

Die sechzehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Luft des Feuers, beginnend mit NOALMR.

Die siebzehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Wasser des Feuers, beginnend mit VADALI.

Die achtzehnte Anrufung

Zweiter Ruf bei allen Elementaren von Erde des Feuers, beginnend mit VOLXDO.

Die neunzehnte Anrufung

Für alle Æthyre.

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